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Doppelt und dreifach - Frühling im Rhein-Main-Gebiet

Was für ein Wochenende! Zwei Tage, drei Veranstaltungen und insgesamt vier Läufe. Bei Tag und bei Nacht, in Park-, Campus- und Altstadtbereichen durchsetzt mit den typischen Waldflächen der Rhein-Main-Region. Und dies bei typischem Aprilwetter, bei dem glücklicherweise die Sonne zumeist die Oberhand behielt und der Regen ausblieb. Ein Wochenende, das nicht nur den Organisatoren so einiges abverlangt, sondern vor allem den zahlreichen Teilnehmern aus dem ganzen Bundesgebiet schöne und spannende Läufe beschert hat.

Am Samstag ging es zunächst auf die ‚Wetterpark‘-Karte in Offenbach. Um den zentralen und offenen Wetterpark mit interessanten Objekten rund um das meteorologische Wissen und das regionale Klima gliedern sich weitere kleine, zum Teil dichte und hügelige Parkanlagen. Wohngebiete auf der einen und Waldgebiete auf der anderen Seite komplettieren die sehr vielfältige Karte. Die Läufer bekamen dies auch ausführlich zu spüren. Lange Laufstrecken im regen Wechsel mit kurzen, dem Mikro-Sprint ähnlichen Postenabständen und drehenden Richtungen verlangten hohe Konzentration und ‚Schwindelfreiheit‘. Sabine Rothaug vom OLC Kassel und Anatolii Dunaev vom Gymnasion Offenbach zeigten sich hiervon jedoch unbeeindruckt und gewannen in den Hauptklassen der Frauen und Männer.

Am Abend stand beim Just-for-fun-Dämmerungs- und Nachtsprint der Spaß im Vordergrund. Auf einem maßstäblich vergrößerten Teil der Karte verteilten sich in vielen Postennestern über 50 Stationen, die ohne Kontrollnummern und bei erschwerten Bedingungen aufgrund der einbrechenden Dunkelheit allein über die Postenbeschreibung angelaufen werden mussten. Mit einem Strahlen im Gesicht kamen die Läufer ins Ziel und erzählten über den zusätzlichen Spannungs- und Gruselfaktor.

Der Höhepunkt des Wochenendes kam dann am Sonntag mit den Hessischen Meisterschaften im Sprint-Orientierungslauf. In zwei Läufen konnte die nagelneue Karte der Altstadt von Heusenstamm und dem umliegenden Campus-Gelände ausgiebig eingeweiht werden. Für Abwechslung sowohl im Gelände als auch in der Routenwahl war gesorgt.

Die eigentlich DIN A3 große Karte von Heusenstamm wurde für diesen Lauf in zwei handliche A4-Hälften geteilt. Der "Campus" ist das Gelände des ehemaligen Postbildungszentrums, welches nun als Büro- und Wohnkomplex für zahlreiche Firmen dient. Das große, in der Außenkontur stark strukturierte Betongebäude mit vielen Ecken, Winkeln, Durchgängen, Abstellflächen und Kellerzugängen bot eine vielfältige Auswahl an Postenstandorten und der wesentlichen Routenentscheidung "links oder rechts herum?" Restaurierte, offene Bereiche mit zwei Teichen im ehemaligen Schlosspark und das angrenzende Waldstück erhöhten die Vielseitigkeit der zu durchquerenden Geländetypen.

Für den zweiten Lauf ging es dann in den eigentlichen Altstadtbereich zwischen dem Schloss der Grafen von Schönborn und der Balthasar-Neumann-Kirche "St. Cäcilia". Kleine Gassen und viele Durchgänge erforderten einen genauen Blick auf die Karte. Da im Vorfeld nicht für alle kartierten Bereiche und Durchgangsmöglichkeiten garantiert werden konnte, dass Tore und Türen am Wettkampftag geöffnet sein würden, wurde die Routenwahl durch einige Sperrgebiete beeinflusst.

Sowohl die Hessenmeisterschaftswertung als auch die Parktour-Wertung gewann in der Hauptklasse der Damen (D 19-) Sabine Rothaug vom OSC Kassel. Bei den Herren  H 19- ebenso in beiden Wertungen Cedric Guthier von der TSC Bad König, der damit auch seinen Hessenmeistertitel aus dem Vorjahr verteidigte.

Als kuriose Randnotiz sei noch vermerkt, dass -außer Konkurrenz!- auch der ursprüngliche Aufnehmer und Zeichner der Karte in seiner Heimatstadt am Start war. Auf der nun nach einigen Jahren "Reifezeit" für diesen Lauf aktualisierten und komplettierten Karte leistete er sich trotz (oder vielleicht auch wegen) der Ortskenntnisse einen Fehlstempel.

Außer zur Deutschen Park Tour wurden alle Läufe des Wochenendes auch zur Rhein-Main-Rangliste 2017 gewertet. Erstmalig wurde für den Gesamtsieger des Wochenendes auch der Wanderpokal "Goldener Postenschirm" vergeben; in den drei Abstufungen Bronze, Silber und Gold; letzteren durfte als Wochenendbeste ebenfalls Sabine Rothaug für ein Jahr mit nach Hause nehmen.

Die beiden gemeinschaftlich ausrichtenden Vereine Gymnasion Offenbach und OLV Steinberg bedanken sich bei allen Teilnehmern und Helfern. Wir wünschen allen eine erfolgreiche OL-Saison und freuen uns auf ein Wiedersehen im nächsten Jahr; dann beim "4. Rhein-Main-Sprint-Wochenende".

 

Claas Behrendt, OLV Steinberg
Birger Holtermann, Gymnasion Offenbach

Fotos: OLV Steinberg/Rhein-Main-Rangliste